Home
Über mich
Aktuelles/ Termine
Baschka
Aufruf
Hufrollenerkrankung
Baschkas Fotoalbum
Te Deum
Impressum/ Kontakt

 Hufrollenerkrankung

Auf dieser Seite möchte ich etwas über Baschkas Hufrollenerkrankung erzählen. Vielleicht findet sich ja auch der Ein oder Andere der ebenfalls betroffen ist zum Erfahrungsaustausch.

Oktober 2005

Baschka ging beim Reiten/ Longieren vorne links nicht mehr ganz sauber. Es war keine richtige Lahmheit, aber ein Ticken. Ich befragte eine bei uns am Stall ansässige Tierärztin, die sich das anschaute. Leider war äußerlich weder etwas geschwollen, noch eine Verletzung zu erkennen, das Bein war absolut unauffällig. Also wurde mir eine Woche Schritt und Equipalazone verordnet. Nach dieser Woche war es immer noch nicht weg, also folgte noch eine weitere Woche. Danach war immer noch ein leichtes Ticken wahrzunehmen. Es folgte somit ein Termin in der Klinik zur Leitungsanesthäsie und zum Röntgen.

Dezember 2005

Es kam wie es kommen musste: beim Vortraben in der Klinik: kein Ticken mehr! Vorführeffekt! Wir begannen trotzdem mit dem Abspritzen am linken Vorderbein im untersten Bereich. Nach 10 Minuten warten und erneutem Vortraben das Ergebnis: das Pferd trabte irgendwie anders und sauberer als vorher. Aha! Volltreffer, da musste dann wohl was sein, also ab zum Röntgen. Es wurden Aufnahmen von der Seite und zusätzlich von der Hufrolle gemacht, zur Sicherheit das rechte Bein direkt mit. Was dann auf den Röntgenbildern zum Vorschein kam, kann man fast nicht glauben. Mein Tierarzt wörtlich: „..die Strahlbeine sehen aus als hätte da jemand mit einem Schrotgewehr durchgeschossen!..“ Und das war wirklich so, sehr viel schlimmer kann ein Röntgenbefund am Strahlbein fast schon nicht mehr ausfallen.

Da brach für mich eine Welt zusammen. Ich dachte tatsächlich: das war es dann wohl...Nachdem mich meine Tierärztin wieder etwas beruhigt hatte, besprachen wir die weitere Vorgehensweise. Ursprünglich sollte Baschka bis zum nächsten Tag bleiben, um dann noch eine Hufgelenksanesthäsie machen zu können, um zu prüfen ob die Hufgelenke ebenfalls positiv sind. Aufgrund des Röntgenbefundes entschied sich meine Tierärztin dann aber am nächsten Morgen dazu das dem Pferd zu ersparen- aufgrund des hohen Infektionsrisikos- und die Gelenke als positiv anzunehmen. Baschka bekam eine Injektion Hyonate direkt IV. So war gewährleistet das alle betroffen Bereiche auch erreicht werden. Man hätte das auch in beide Gelenke spritzen können, aber wegen des eben schon erwähnten Infektionsrisikos wurde die Variante IV vorgezogen.

Mein Programm zu Hause sah dann wie folgt aus: täglich mind. 1 Stunde Schritt auf weichem Boden. Und das im Winter...und das war auch noch einer der Winter in denen es so klirrend kalt war! Alle Thermohosen, Stiefel und Stiefelheizungen(!) konnten spätestens nach einer 3/4 Stunde auch nichts mehr gegen die Kälte machen...also: absteigen und Laufen! Nach 6 Wochen folgte die 2. Injektion und nach weiteren 6 Wochen die 3.

April 2006

Anfang April durften wir nach einer weiteren Lahmheitskontrolle wieder anfangen zu traben: 1 lange Seite pro Hand und Tag und ohne Ecken! Nach zwei Wochen dann 2 Seiten und dann ab der 3. Woche immer eine Seite hinzu. So steigerten wir uns weiter bis wir auch wieder Ecken und große Zirkel hinzu nehmen und langsam wieder gen Normallevel aufbauen konnten. Keiner hätte gedacht das Baschka je wieder ans Laufen kommt-  ich am aller wenigsten.

Juni 2006

Baschka lief  nach 8- monatigem Ausfall wieder ihr erstes Turnier!
Reine "Dressurturniere" gehen wir allerdings nun nicht mehr. Wir gehen lieber auf Reiterrallyes und vertreiben uns so einen Tag im Gelände mit Spiel & Spaß. Ebenso Geschicklichkeitsprüfungen liebt sie nach wie vor heiß und innig und ist mit großem Eifer dabei!

Januar 2012

Nach fast 6 Jahren in denen wir mit dem Spezialbeschlag "Wolke 7" und Ergänzungsfuttermitteln speziell für die Hufrolle gut zurecht kamen war es dann mal wieder soweit..Baschka ging wieder lahm.. So kam es zu einem Besuch vom TA, der mir riet, nochmal ein Röntgenbild zu machen, da die letzten Bilder ja inzwischen 6 Jahre alt sind...also wieder ab in die Klinik..

Februar 2012

...und hab ich nicht weiter oben geschrieben, das Röntgenbefunde fast schon nicht mehr schlimmer ausfallen können?.. Doch..können sie!! Dank der inzwischen ja überall üblichen digitalen Röntgentechnik kann man die einzelnen Knochenzellen schon persönlich mit Namen ansprechen...da bleibt nichts mehr verborgen. Aus den ursprünglichen vielen kleine Löchern (wir erinnern uns an das "Schrotgewehr"- Zitat!) ist inzwischen ein großes Loch geworden...Tja...nun gab es drei Varianten:

1. Schmerzmiteltherapie und das Pferd langfristig darauf einstellen

2. Langzeitcortison

3. Tildren

Ein Nervenschnitt kam für mich ohnehin nicht in Frage- das wäre sonst durchaus auch noch eine Möglichkeit- aber nicht mehr bei einem Pferd von inzwischen 21 Jahren. Da ich mich aber auch noch nicht damit anfreunden konnte, mein Pferd dauerhaft mit Schmerzmittel zu füttern, haben wir uns für die Version mit dem Langzeitcortison entschieden, kombiniert mit Tildren. Die Cortisonspritze gab's dann direkt, für die Tildren- Infusion folgte ein weiterer Termin 2 Wochen später. Dazu gab's noch eine Dose hochdosiertes Calcium, das ich füttern sollte. Dadurch kann das Tildren besser im Körper Calcium anlagern, deshalb sollte der Körper ausreichend damit versorgt sein. Was Tildren tatsächlich bewirken kann, konnte ich auf Röntgenbildern eines Pferdes sehen, das einen noch stärkeren Befund hatte als Baschka jetzt. Das Loch war noch viel größer und das Strahlbein kurz vorm Durchbruch. Das Vergleichsbild, das 3 Jahre später aufgenommen wurde, zeigte eine deutliche Anlagerung von Knochensubstanz in dem Bereich. Wenn auch kein massiver Knochen, aber doch war das ganze Loch wieder "verfüllt". Das lässt ja hoffen....

Ob das Tildren wirklich was bewirkt hat, sehe ich frühestens in einem 3/4 Jahr, dann heißt es nochmal: Röntgen

Bis dahin ist natürlich auch eins wichtig: Bewegung, Bewegung, Bewegung..

November 2013

Nachdem über ein Jahr Ruhe war, ging Baschka von heute auf Morgen nur noch auf drei Beinen- natürlich an einem Sonntag- muss sich ja lohnen, wenn schon mal der TA zu Besuch kommt. Da zu Beginn der Behandlung dieser sehr starken Lahmheit ( ich glaube "stocklahm" trifft es da schon eher!) leider nicht sicher war, ob es nicht doch irgendetwas mit der Hufrolle oder dem Strahlbein zu tun hat, wurde nochmal geröntgt. Erfreulich: nichts zu sehen, was wir nicht eh schon wussten, keine Fraktur des Strahlbeins (dann wäre es das nämlich mit Baschkas Leben gewesen....) und auch keine weitere Verschlechterung. Also scheint das Tildren ja doch was bewirkt zu haben. Ob ich allerdings nochmal eine Tildrenbehandlung in Erwägung ziehe weiß ich noch nicht...ist ja leider doch ein sehr teures Vergnügen...

Die Lahmheit offenbarte sich nach ein paar Tagen als Hufgeschwür, das dann auch erfolgreich behandelt werden konnte.

 

Wer ist schon mal mit dem Thema Hufrollenerkrankung in Kontakt gekommen, oder sogar direkt betroffen? Welche Maßnahmen und Therapien wurden angewandt? Ich freue mich über jeden Beitrag zum Erfahrungsaustausch!

Erfahrungsaustausch

info@baschka.de